Artikel “Süddeutsche Zeitung”

von | Okt 9, 2018 | Allgemein | 0 Kommentare

  1. Oktober 2018, 17:45 Uhr

Flüchtlingshilfe Erding e.V. Fortan für alle da

Weil immer weniger neue Asylsuchende in Erding ankommen, kümmert sich der Verein nun auch um andere Hilfsbedürftige. Dazu wurde sogar die Satzung geändert

Von Gerhard Wilhelm, Erding

“Wir haben zwar noch den Namen Flüchtlingshilfe Erding, aber diese Arbeit ist nur noch eines unserer Standbeine”, sagt Sabrina Tarantik, die Vorsitzende des im Oktober 2015 gegründeten Vereins: “Nachdem die Zahl der Flüchtlinge am Fliegerhorst Erding zurückgegangen ist, unterstützen wir dank der anhaltend hohen Spendenbereitschaft der Bürger heute alle Hilfsbedürftigen, von Obdachlosen über Altenheime bis hin zur Tafel Erding”. Dafür hat der Verein auch eigens seine Satzung geändert.

Anlass für die Gründung der Flüchtlingshilfe Erding waren die hohe Zahl von Flüchtlingen im Herbst 2015, was damals unter anderem zur Einrichtung des Warteraum Asyl für bis zu 5000 Schutzsuchende auf dem Gelände des Erdinger Fliegerhorstes geführt hatte. Im Zuge dieser Entwicklungen richtete sich der Verein Flüchtlingshilfe selbst einen Lager- und Sortierraum auf dem Fliegerhorst ein. Nach dem Rückgang der Flüchtlingszahlen von Frühjahr 2016 an habe sich der Verein dann neuen Projekte und Ideen zuwenden können, sagt die Vorsitzende. Der Ursprungsidee sei man jedoch weiter treu geblieben: “Heute bringen wir zum Beispiel Kleider auch ins Ankerzentrum in Manching.” Auch die Hilfe bei der Integration sowie die Ausgabe von benötigter Kleidung und Alltagsgegenständen für die im Landkreis Erding lebenden Asylbewerber sei weiterhin eine aktuelle Aufgabe.

Durch die Spendenbereitschaft der Erdinger und das inzwischen aufgebaute Netzwerk könne man aber auch anderen Einrichtungen mit Kleidern und Sachspenden helfen: zum Beispiel Kindergärten, Schulen, Mittagsbetreuungen und Horten, Frühförderstellen, Altenheimen und Vereinen wie die Tafel Erding, der Aktionsgruppe Asyl, Heimatstern München und dem Spendenkarussell München. Auch Hilfsbedürftigen in anderen Ländern lässt die Erdinger Flüchtlingshilfe Unterstützung zukommen. Jedes Quartal gehe ein Lastzug mit überzähliger Kleidung in Kinderheime nach Rumänien und in die Krisengebiete der Ukraine.

Um dies zu ermöglichen, sagt Tarantik, habe man auch die Satzung geändert. Jetzt heißt es dort: “Der Zweck des Vereins ist die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen, insbesondere von Asylbewerbern und Flüchtlingen, und deren Förderung durch emotionale und materielle Versorgung, Bildung und Erziehung.”

Im Lager- und Sortierraum auf dem Fliegerhorst werden auch heute noch die Spenden sortiert. Es wird in mehr als achtzig Kategorien getrennt – Sommer und Winter, Kleidergrößen und vieles mehr. Aktuell wünscht sich der Verein vor allem Winterbekleidung, sagt Tarantik. Ununterbrochen seit Herbst 2015 stehen Vertreter der Flüchtlingshilfe jeden Samstag von 11 bis 13 Uhr mit einem Transporter auf dem Parkplatz vor dem Haupteingang zum Fliegerhorst in der Landshuter Straße 70, um Sachspenden entgegenzunehmen.

Eine Änderung hat es beim Kleiderladen der Flüchtlingshilfe mittlerweile gegeben. Die Örtlichkeit in der Freisinger Straße musste der Verein im Dezember 2017 wegen Eigenbedarfs des Vermieters verlassen. Im Februar konnte der Kleiderladen dank der Unterstützung der Stadt Erding im ehemaligen Postgebäude in der Bahnhofstraße 2 – in direkter Nachbarschaft der Tafel – wieder eröffnen. Dort werden Kleidung, Hygieneartikel, Spielsachen und Haushaltswaren immer montags zwischen 10 und 13 Uhr ausgegeben.

Aktuell sucht die Flüchtlingshilfe neben Kleidung für den Winter auch Haushaltswaren für die Küche, auch Kleinelektrogeräte, Handtücher Buggys, Kinderwägen, Rucksäcke, Koffer, Fahrräder, Laufräder, Dreiräder – und ganz dringend Babybekleidung und Zubehör bis Größe 86.

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